Das Pferd genoss schon vor Jahrhunderten höchste Beachtung
Das Pferd prägt die mentale und psychische Entwicklungsgeschichte der Menschheit, was in den östlichen Kulturen wie auch in der römischen und griechischen Mythologie sehr gut erkennbar ist. So sind Pferde oft das Verbindungsglied zwischen Himmel und Erde, die Götterboten.
Männer, die Führung übernehmen sollten, sind mit ihrem Pferd aufgewachsen. Waren Sie erfolgreich, so liessen sie sich in den verschiedensten Kunstformen, als Statuen, Fresken oder Bilder mit ihrem Pferd verewigen. Das Pferd verlieh Ihnen dabei Mut, Kraft, Heldentum, Schönheit und Stärke.
Zu Zeiten Alexander des Grossen 356 v. Chr. galt der Grundsatz: "Nur wer Pferde führen kann, kann auch Menschen führen oder ist dessen würdig!"
Das Pferd begleitet den Menschen seit vielen Jahrhunderten als Reit-, Nutz- und Arbeitstier und hat ihm dabei geholfen grosse Entfernungen zurückzulegen und damit seine Grenzen zu erweitern.
Die Rückbesinnung auf das Wissen der alten Kulturen bildet die Basis der pferdegestützten Führungs- und Persönlichkeitsarbeit!
Alexander der Große und Bukephalos

Dem Makedonier-König Philipp wurde das Pferd Bukephalos zum Kauf angeboten. Philipp begab sich mit seinem Gefolge aufs Feld, um sich das besagte Pferd näher anzuschauen. Er fand es aber völlig unbrauchbar, weil es niemanden aufsitzen ließ und sich aufbäumte.
Der König war verärgert und wollte den Hengst schon wegführen lassen, als sein 13 jähriger Sohn Alexander an ihn herantrat. “Welch ein schönes und edles Tier verlieren wir, nur weil niemand mutig und geschickt genug ist, es richtig zu behandeln!” “Du machst uns Vorwürfe, als ob du junger Kerl besser mit dem Tier umgehen könntest als wir?”, fragte Philipp empört. “Mit diesem zumindest traue ich mir zu, besser umzugehen als andere” antwortete Alexander. “Und wenn du es nicht kannst, welcher Strafe willst du dich dann unterwerfen?” “Nun, dann werde ich den Preis für den Hengst bezahlen.”
Großes Gelächter erhob sich im Gefolge Philipps, doch Alexander ging zum Pferd, drehte es gegen die Sonne, damit es nicht geblendet wurde, lief eine Weile neben ihm her und streichelte es.
Dann schwang er sich hinauf und setzte sich auf den Sattel. Anfangs hielt er die Zügel ganz kurz, ohne den Hengst zu schlagen oder ihm die Sporen zu geben. Als er merkte, dass Bukephalos bereit war zu laufen, ließ er die Zügel lockerer, spornte den Hengst an und ritt davon.
Als er von seinem Ritt zurückkehrte, klatschten alle in Philipps Gefolge Beifall. Der König aber weinte vor Freude und küsste Alexander und sagte: “Suche dir ein Reich, mein Sohn, dass deiner würdig ist! Makedonien ist zu klein für dich!”

